Rückreise nach Hamburg

1 10 2008

Mittwoch

Heute ist unser Abreisetag. Wir sind wieder in dem gleichen Hotel in Toronto in dem unsere Reise begonnen hatte. Das Hotel liegt direkt am Wasser und in der Nähe des CN-Towers. Nach dem Frühstück nochmals raus auf die Hotel-Terasse und ein wenig umsehen …

IMG 3279

… und von dort nochmals einen Blick rüber zur Wasserseite von Toronto…

IMG 3278

Hier liegt auch der kleine Stadt-Flughafen von Toronto, der sich auf einer kleinen Insel befindet. Er ist nur über eine Fähre erreichbar ist. Auf einer Bootstour vor drei Wochen hatten wir gehört, dass die Fährfahrt 3 Minuten dauert.

Von diesem stadtnahen Flughafen haben wir im Hotel nichts gehört, mit dem Teleobjektiv kann man aber trotzdem bißchen etwas erkennen…

IMG 3282

Da unser Flug nach hause um 18 Uhr startet, war uns etwas unklar, was wir noch an diesem Tag machen. Wir hatten keine Lust mehr, in die Innenstadt zu gehen.

Micha konnte im Hotel eine verlängerte Check-Out-Time an der Rezeption ausgehandeln, so dass wir es ruhig angehen lassen können und das Gepäck neu packen können. Kein Koffer darf mehr als 23 kg haben. Bloss, wie weiss man ohne Waage, was 23 kg sind?!

Dann ein letzter Anruf bei der Familie, dass alles in Ordnung ist, bevor’s langsam Richtung Flughafen geht.

IMG 3290

Wir haben im Urlaub Telefonate über’s Internet (Skype) schätzen gelernt. Damit sind die Telefonate ins Ausland bezahlbar :-) Statt 2,50 $ nur knapp 2 Cent pro Minute. Allerdings muss es Internetzugang im Hotelzimmer geben, damit man mit dem Notebook und der benötigten Software telefonieren kann.

Am Abend sollte es um 18:05 Uhr losgehen. Umsteigen in Amsterdam, wie auf dem Hinflug. Die Maschine kam heute verspätet an, flog verspätet ab und somit kamen wir auch verspätet in Amsterdam an.

Wie das meistens so ist, ging der Anschlussflug vom anderen Ende des Flughafens ab. KLM hat dafür gesorgt, dass es heute spannend bleibt – denn nach sechs Stunden Flug sollten ein wenig ins Schwitzen geraten. Zwischen Landung unserer Maschine aus Toronto und dem Einchecken in die Maschine nach Hamburg waren nur knapp 20 Minuten Zeit. Das ist eigentlich nicht zu schaffen.

Wir also raus aus dem Flugzeug und die Beine in die Hand genommen und ca 25 Minuten ans andere Ende vom Flughafen gewetzt. Ups, noch mal Handgepäck- und Passkontrolle und Bodycheck – eine riesige Warteschlange! …. gaaaanz ruhig bleiben,! Wir suchen den nächsten Beamten außerhalb der Schalteranlagen, schildern kurzatmig unsere Zeitnot und bitten um eine Möglichkeit, wie wir da schneller durchkommen. Es hat geklappt, er hat uns zu einem Express-Schalter gebracht :-)

Ein Foto aus dem Flugzeug möchen wir an dieser Stelle noch einbauen. Beim Rückflug flogen wir in die Nacht hinein, aber auf dem Hinflug war es dafür gaaaaanz lange Tag und da sind auch die Fotos entstanden. Wir sind sozusagen in einem nördlichen Bogen geflogen und haben so Fotos vom Eis und nördlichen Festland machen können.

PICT6717

PICT6718

…und hier kommt nochmals ein kleines Ratebild. Na was ist das?

PICT6726

…hier sieht man in der Mitte des Fotos einen Eisblock der im Wasser treibt …und das mit unserem guten alten Minolta-Fotoaparat aus dem Flugzeug aufgenommen…also wir sind begeistert :-)

In Hamburg angekommen durften wir dann feststellen, dass eine unserer Taschen nicht auf dem Gepäckband ankam, ups. Na, bei der Umsteigehektik kann das schon mal passieren. Die gute Nachricht war, dass man am KLM-Schalter auf unsere Nachfrage sofort Nachsehen und Info geben konnte; die Tasche hat sich in Amsterdam etwas mehr Zeit genommen als wir und hat erst den nächsten Flieger genommen (komisch, so schön war es an dem Tag ja nicht gerade in Amsterdam, wolkenverhangen und regnerisch).

Quasi ohne Schlafen kamen wir in Hamburg morgens um 9:00 Uhr an. Ab Mitags ging uns dann zusehends die Energie aus. Wir versuchen mit aller Kraft bis zum Abend auszuhalten, um unseren Jetlag (6 Std Zeitunterschied) zu überwinden, das gelingt mal besser mal weniger gut….

IMG 3297

…aber wir halten irgendwie durch, ab Nachmittags hilft der Fernseher.
…genutzt hats noch nicht so viel, trotz 14 Stunden schlafen sind wir anderntags so müde wie vorher. Da hilft nur eine große Tasse Kaafffeeee ;-)

Over and out.





Fahrt zurueck nach Toronto

30 09 2008

Dienstag. Heute ist unser letzter echter Urlaubstag in Kanada. Wir haben aus Zeitgründen die letzten Tage blog-mäßig etwas schleifen lassen, aber heute muss noch mal was hinein.
Wir werden die fehlenden Tage noch nachtragen für Euch und auch für uns selbst :-)

IMG 3243 Wir sind in Gananoque, abends müssen wir aber in Toronto sein. Entfernung ca 300 km. Wir fahren zunächst am Ontario See entlang, dann über den “Hawehübsilon” 401, wie unser Navi zu sagen pflegt.

Das Wetter entspricht unserer Stimmung, d.h. grau, dunkle Wolken. Für den Nachmittag ist Regen angesagt.

Um 11 Uhr ist alles im Auto verstaut. Wir überlegen, ob wir noch eine zusätzliche Reisetasche für den Rückflug kaufen müssen.

IMG 3145Wir werden nicht auf direktem Wege in den Süden fahren, denn am gestrigen Tage haben wir eine Sightseeing-Sache nicht geschafft:
eine 1000 Islands-Cruise. Lt Reisebüro ist diese Tour ein “Muss”.

Hier am Beginn des St. Lorenz Stroms am östlichen Ende des Ontario-Sees liegen die so genannten 1000 Islands, die jedoch mehr als 1000 Inseln zählen. Wir haben heute die Zahl 1.800 gehört. Es sind kleine bis mittelgroße Eilande, die teilweise im Privatbesitz sind und oft nur Platz für ein keines Haus mit einem Anlegesteg bieten.
Viele haben Strom und Telefonanschluss, auch wenn es nicht so aussieht. Wurde unterirdisch verlegt.

Die Gegend ist besonders schön von einem der Ausflugsboote zu entdecken, die von Kingston, Gananoque oder Ivy Lea aus durch die Insel-Landschaft fahren.

Wir fahren von Ivy Lea aus.

Hier eine kleine Insel, an der wir vorbei fuhren ….

IMG 3175

Zu diesen 1000 Islands gibt es eine indianische Sage. Diese besagt in etwa, dass der große Manitou seinem Volk vor langer Zeit einen sehr schönen Garten schenkte, um die streitbaren indianischen Völker zu befrieden. Einen Garten voller Blumen, Bäumen, mit klarem frischen Wasser und vielen Fischen. Aber es lief nicht so, wie es sich Manitou vorgestellt hat. Nachdem Manitou lange beobachtet hatte, dass die Streitigkeiten nicht beendet wurden, riss ihm eines Tages der Geduldsfaden und er enschied, den Garten wieder in sein Wolkenreich zurückzunehmen. Er hob ihn an und dabei riss das Tuch in dass er ihn eingepackt hatte, so dass der Garten in vielen Hundert großen und kleinen Stücken zur Erde viel und so entstanden diese Inseln.

Wir machen eine 1 stündige Schiffstour durch einen kleinen Teil dieser Wasserwelt. Obwohl das Wetter schlecht ist, hat es Spass gemacht, denn die Erläuterung war gut und die Mitreisenden lustig anzusehen. Mit uns waren ungefähr 150 bestens gelaunter Koreaner/innen an Bord, die sich eine Stunde lang gegenseitig fotografiert haben.

Die Dame, bei der wir die Fahrkarten kauften, meinte, dass hier in der Saison ca 90.000 Touristen zu Besuch seien, 80.000 davon aus China.

An Bord ….

IMG 3180

Hier ein Bild Micha an Bord. Er hört nachdenklich zu, was über die Inseln erzählt wird …

IMG 3151

Über den Fluss gibt es u.a. auch eine internationale Brücke. Sie verbindet Kanada mit USA.

IMG 3164

Und diese beiden Inseln, die zu einem gemeinsamen Grundstück gehören sind etwas ganz Besonderes.
Sie werden verbunden durch die kürzeste Brücke die es zwischen zwei Ländern gibt; 3 Meter Fußweg von Kanada (links) nach Amerika (rechts).
Einer der vorigen Besitzer sagte, wenn er mal Ärger mit seiner Frau hatte, hat er gerne erst einmal das Haus und das Land verlassen um Zeit für sich zu haben ;-)

PICT7066

Im Anschluss an die Bootstour aber gabs dann für uns kein Wenn und Aber mehr, das Navi muss auf Toronto eingestellt werden.

Schnell noch ein Brot … und dann immer der Nase nach …

PICT7070

Auf unserem Weg kamen wir an einem riesigen Kürbisfeld vorbei …

IMG 3254

In ein paar Tagen ist Halloween, das ist hier ein großer Spass. An manchen Haustüren hängen Gespenster, Skelette, Vogelscheuchen. Und sowieso stehen vor vielen Häusern Kürbisse.

Kurz bevor wir von der Landstraße auf den Highway fahren, müssen wir noch mit einer Fähre über einen Flussarm übersetzen. Als wir übersetzen fing es an zu regnen. …

IMG 3244

Ihr seht, so viel gibt es von unserer heutigen Fahrt gar nicht zu berichten.

Am späten Abend sind wir in Toronto, zuerst ein letztes mal in einer Shopping-Mall und spät abends dann wieder in dem Hotel am Hafen, in dem wir vor 3,5 Wochen erstmals übernachteten, als wir in Kanada ankamen.

Es kommt uns unwirklich vor. Das soll erst drei Wochen her sein? Kaum zu glauben. Na, wir haben in der Zwischenzeit sehr viel gesehen und erlebt. Fazit … trotzdem zu früh; Montag wieder arbeiten … oha, das wird hart.

Morgen, Mittwoch werden wir um 15 Uhr am Flughafen sein und dort das Auto abgeben. Um 18:15 starten wir mit KLM nach Hamburg, via Amsterdam. Am Donnerstag früh um 9 Uhr sind wir in Hamburg.

3240 km in Kanda umhergebraust.

und … Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub :-)

Over and out.





Sacacomie Tag 2

25 09 2008

Donnerstag. Ein Tag in der Natur. Da wir am gestrigen Tag im Dunkeln ankamen, sind wir sehr gespannt, wie es nun rund um das Blockhaus aussieht. Wir nehmen schon gleich den Fotoapparat auf unsere erste Erkundungstour mit. Man weiss ja nie, was einem im Blockhaus über den Weg läuft.

Das Hotel Sacacomie liegt am See Sacacomie.

IMG 2578

Von der Terrasse hat man einen sagenhaften Blick über den See.

IMG 2387

Zoomt man näher heran, wird es bunter …

IMG 2421

Beim Frühstück riecht es nach Lagerfeuer. Die ausgestopften Tiere sehen uns beim Essen zu.

Und dann erst einmal runter zum See. Wir wollen heute ein wenig paddeln und nachmittags zu den Bären und Bibern. So der Plan.

Am See kann man Kanus und Tretboote kostenfrei ausleihen. Oder (für Geld) mit einem Wasserflugzeug über die Wälder fliegen. Wir wollen es lieber ruhig angehen und paddeln vormittags. Hier ist Renate auf dem Weg zum See.

IMG 2439

Der Bootsanleger … ohne Flugzeug …

IMG 2456

Der Bootsanleger mit Wasserflugzeug …. hier startet es gerade und macht ordentlich Wind und Wellen.

IMG 2601

Micha macht derweil das Kanu klar …

IMG 2588

Auf unserer Paddeltour sehen wir übrigens ein Inukshu, oder das, was davon übrig geblieben ist. Es hatte vielleicht mal die Bedeutung … “Achtung, hier wird es flach, gleich knallts”. Denn ne Sekunde später sind wir aufgelaufen. Angeblich hat der Maat vorne im Ausguck nicht richtig aufgepasst. Es geht eben nur eins, entweder paddeln oder fotografieren. Maat muss Fotoapparat weglegen ;-(

IMG 2512

okay, eins noch. Nein, Micha macht hier keine Eskimorolle. Das ist der Versuch eines Fotos über Kopf, umdrehen war in diesem Kanu zu wackelig.

IMG 2587

Nachmittags nahmen wir an einer Tour zu Bären und Bibern teil (= Ours et Castors). Sicherheitshalber mit jemandem, der sich auskennt und weiss wie man Bären verjagen kann. “You have to impress them!”

IMG 2697

Wie “impresst” man denn bitte einen Bären?
Wir lernen Grundregel Nr 1: niemals alleine unterwegs sein. Das beeindruckt ihn gar nicht.

Grundregel 2: nicht rennen, klettern, weglaufen, denn all das kann der Bär besser als wir und schwimmen kann er auch verdammt gut. Besser ist also gemeinsam schreien, Krach machen.

Unser Begleiter nimmt so ein Pressluft-Horn (Hupe) mit. Da platzt einem zwar das Trommelfell, aber der Bär ist weg. Der hört auch erst mal nix mehr.

Wir fuhren also mit unserem Guide und vier anderen Touris (2 Deutsche, 2 Franzosen) weiter in den Wald. Sein Name war Marion, Beruf Trapper. Deutsches Rätselraten, was ist ein Trapper? Grübel, was stand darüber im “Lederstrumpf”? Micha fragt ihn. Ein Trapper stellt “traps”, also Fallen auf. In Kanada wird außer dem Angeln auch heute noch aktiv Jagd betrieben und eben auch “trapping”; Ziel sind dabei die verschiedenen Tierfelle die dann verkauft werden.
Wer geht denn in die Falle? Mal sehn.

Wir fahren in einen Bereich, wo Bären gefüttert werden.

IMG 2689

IMG 2711

… und laufen zu einem bärensicheren Hochstand.
Anmerkung des Lektors: Das ist übrigens kein Draht- sondern Fliegengitter rundherum; ob das den Bären “impressed” ??

IMG 2705

Im Umfeld dieses Hochstandes leben 12 Schwarzbären. Unser Begleiter erklärte uns, dass die Wahrscheinlichkeit, in diesen Tagen einen Bären zu sehen, bei 50 % liegt. Gestern wäre einer da gewesen.

Wir müssten ganz leise sein, sagt er, nicht sprechen. Bären seien scheu. Wir kletterten also in dieses Häuschen hinein und warteten.

Da die Winterzeit mit großen Schritten näher kommt, müssen sich die Bären Winterspeck zulegen. Innerhalb von zwei Monaten verdoppeln sie ihr Gewicht, von 100 auf 200 kg. Das schafft Bär nur, wenn man den ganzen Tag nichts anderes macht, als Fressen.

Daher kommt wohl der Ausdruck “einen Bärenhunger haben”.

Was hier so nichtssagend aussieht, ist die Bären-Cafeteria. Eine alte Öltonne, ca 100 Liter Fassungsvermögen, in der süße Maismaische drin ist.

Auf nachfolgende Lichtung mit Tonne jedenfalls, liebe Leserschaft, haben wir eine Stunde geduldig draufgesehen. Man könnte auch sagen meditiert. Schweigend.
…war da nich was links im Gebüsch? … nö … nur ein Blatt ist runtergefallen, scchhhhh! .. Schweigen. Kaugummi?! … ja, her damit. Schweigen.

Tonne quer.

PICT7027

Tonne mit Lichtung hoch.

IMG 2699

IMG 2700Gelbes Blatt links.
Ja, is klar. Is nicht besonders beeindruckend. Aber alles andere war noch langweiliger.

Schweigen. Warten. Fotoapparat überprüfen.

So ne Stunde kann lang sein. Warten. Ohne zu sprechen. Kein Mucks.

Aber was nutzt das Drumherum reden. Die Bären kamen nicht.
Sie haben sich für die andere Hälfte von den 50 Prozent entschieden. Anscheinend waren sie irgendwoanders was Leckeres essen. Schade.

Aber dann hat man uns noch sehr viel über Bären und deren Lebensweise erzählt. In der Provinz Quebec leben derzeit 70.000 Schwarzbären, tendenz steigend.

Danach gings zu den Bibern. …

IMG 2768Wikipedia schreibt:
Der Biber kann bis zu 1,40 m lang und 35 kg schwer und bis zu 20 Jahre alt werden. Sein braunes Fell ist mit 23.000 Haaren pro Quadratzentimeter (Mensch: bis zu 600 Haare pro cm2) sehr dicht und schützt vor Nässe und Auskühlung. Der Pelz wird regelmäßig gereinigt und mit einem fetthaltigen Sekret, (Castoreum) gepflegt.

Hier zwei Fotos vom Ausflug dazu.

Der Biberdamm. An diesem arbeitet eine Biberfamilie mit sechs bis acht Bibern. Zwei haben wir gesehen.
Noch vor zwei Jahren, bevor sich diese Biberfamilie hier angesiedelt hat, gabelte sich der gerade noch zu erkennende Weg einmal geraudeaus und einmal nach links (wo jetzt nur noch Wasser zu sehen ist). Von links kam lief ein kleines, kaum erkennbares Rinnsal über den Weg. Das haben die Biber aufgestaut und den ganzen Damm den man jetzt hier entlang des Weges sieht aufgebaut, so dass dieser riesige Teich entstanden ist, der fast so groß ist wie ein Fussballfeld.

PICT7030

Der aufgestaute Damm. Die Bäume, die bei dem angestiegenen Wasser bis zum Hals im Nass stehen, gehen ein.

IMG 2710

Over and Out.





Sacacomie Tag 1

24 09 2008

Mittwoch. Fahrt von Quebec nach St.-Alexis-de-Mont. Nachdem wir drei große Städte besucht haben, sind wir froh, wieder in die Natur zu kommen. So viel Sightseeing und so viele Eindrücke. Unser Arbeitsspeicher ist voll, es besteht die Gefahr von “RAM-Overflow” :-)

An diesem Tag wollen wir nur ca 200 km fahren. Das Navi meint, wir brauchen dazu drei Stunden. Es hat länger gedauert. Es war dunkel, als wir ankamen. Mal wieder.

IMG 2264

Jaha, wir kamen “zufällig” an einem Outlet-Store vorbei, der in einer ganz anderen Richtung liegt und sahen uns an, was es dort so alles gibt … ;-)

IMG 2275Dann machen wir auch einen Abstecher zu einem der berühmten kanadischen Wasserfälle (Canyon St Anne), schwächeln aber doch an der Eingangspforte und trinken nur einen Kaffee.

 

 

 

 

 

Wir haben auf einmal keine Lust mehr auf Tourismus und ausgetretene Pfade …

… wir wollen in die Natur.

IMG 2276

Wir wollen zum Indian Summer. In den wenigen Tagen, die wir in Ottawa, Montreal und Quebec waren, hat sich der Anblick der Wälder verändert. Es gibt viel mehr Farben …

IMG 2298

Der geneigte Leser/in kann sich an dieser Stelle bitte schon einmal darauf einstellen, ab jetzt mit bunten Baum-Fotos überschüttet zu werden. Die Buntheit der Bäume ist grandios. Von rosafarbenen Blättern über gelb und orange zu knallrot.

IMG 2291

… es gibt alle Farben …

IMG 2306

… bis rot …

IMG 2421

Unser einziges Zwischenziel ist die Stadt “Trois Rivieres“. Der Reiseführer schreibt: Dieser Ort wurde 1634 als befestigter Pelzhandelsposten gegründet und ist die zweitälteste französische Stadtgründung in Quebec.

Im Norden der Stadt liegt nicht nur unsere nächste Unterkunft, sondern auch ganz viele Wälder. Der große Holz- und Wasserreichtum ermöglichte den Aufbau einer starken Holz- und Papierindustrie. Trois Riviere hat den Beinamen “Papierhauptstadt der Welt”.

PICT6984Wir lassen auch Trois Riviere hinter uns und langsam wird es schon dunkel. Die Orte werden immer kleiner.

Die Straßenschilder bleiben französisch, bzw gibt es Schilder, die uns neu sind …

Es sieht so aus als würde man sich hier schon auf den kommenden Schnee vorbereiten.

PICT6985

Wir fahren ab und zu an Baumärkten vorbei, die schon Schneepflüge, Schneefräsen, Schneemobile u.ä. zum Verkauf anbieten. Jemand sagte uns, im vergangenen Jahr hat es Ende September schon geschneit.

Damit wir im kanadischen Nirgendwo nicht ohne Benzin stehen bleiben, tanken wir sicherheitshalber noch einmal. Man beachte, dass es auch hier in der französischen Provinz Quebec an den Tankstellen Eiswürfel zu kaufen gibt. So ganz ohne amerikanischen Einfluss geht es also doch nicht ab ;-)

IMG 2320

Dann hatten wir das Nirgendwo erreicht. Es gab keine Straßenlaternen, keinen Ort, nur nix. Und das Navi tönt gutgelaunt … “Sie haben Ihr Ziel erreicht.”

Man muss das Navi an dieser Stelle auch mal in Schutz nehmen. Google kannte die Adresse unseres Hotels auch nicht. Es liegt mitten im Wald, wo sich Hase und Igel “Gute Nacht” sagen. Ach nein, das darf man hier nicht sagen, das gilt nur für Buxtehude. Hier sind es Schwarzbär und Biber, für die Franzosen unter der Leserschaft “Ours et Castor”.

Wir fahren also übers Ziel hinaus und in Serpentinen den Berg hinunter bis zum Lac (See). Tjaha, da könnt Ihr mal sehen, wie wir uns mit den Vokabeln herumschlagen müssen! :-) Ganz unten gabs einen Parkplatz und ein Schild “Rezeption”. Renate wollte das Stück im Dunkeln nicht laufen, wg “Danger” und “Ours” und “die können schnell rennen und besser klettern” …

Also gut, wir parken quasi direkt vorm Rezeptionisten. Eine wunderbare Unterkunft, ein ganz tolles großes Blockhaus. Hier ein Blick in die Lobby …

IMG 2373

Was es hier in der Gegend an größeren Tieren gibt, hängt auch an der Wand …

IMG 2374

Sieht aus wie ein Waschbär, wenns nicht stimmt, sollen die Ornithologen bitte Feedback geben ….

 

 

 

 

Okay, zugegeben, Eisbären gibt es hier nicht oft …

IMG 2370

aber die kleinen Brüder, die Schwarzbären gibt es in der Provinz Quebec 70.000 mal, Tendenz steigende Anzahl.

IMG 2804

Es gibt sehr viele Biber und Biberjäger (Trapper = Fell-Übers-Ohr-Zieher)

Es gibt Moose

IMG 2797

Unser Zimmer war natürlich auch ganz aus Holz.

Une image vaut 1000 mots.
(Anmerkung des Lektors:
Ich habe das Online-Wörterbuch durchgepflügt. Das ist frech vom Schreiberling ;-)

IMG 2379

… und last not least …

Wir haben uns das Blockhaus noch rundherum angesehen und blieben über eine Stunde staunend auf der Terrasse. Da keine Stadt in der Nähe ist, konnte man einen wunderbaren Sternenhimmel incl. Milchstraße sehen. Aus ca 85 Fotos auf denen nur weisse Punkte zu sehen waren, haben wir für die Leserschaft den großen Wagen herausgesucht. :-) Nur für Euch fotografiert! Nicht retuschiert, echt.

IMG 2336

Over and out.





Quebec Tag 2

23 09 2008

Dienstag. Quebec ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Der Reiseführer schreibt “Die Provinz Quebec ist ein Stück unverwechselbares altes Frankreich an der Ostküste Frankreichs”.

Das Motto der Provinz Quebec lautet “Je me souviens”, es steht u.a. auf den Nummernschildern der in dieser Provinz zugelassenen Autos. “Ich erinnere mich”, ja, aber an was bloß?! Hat ein Weilchen gedauert, bis wir zufällig herausgefunden haben, was “je me souviens” bedeutet.

Da wir in Quebec abends angekommen sind, mussten wir am naechsten Morgen zunaechst herausfinden, wo wir gelandet waren. Auf den ersten Blick sieht das drei-Sterne-Hotel “LÁutre Jardin” ja nett aus … Blümchen hier, Blümchen da.

IMG 2256

Zieht man das Objektiv auf, bzw. kommt man morgens aus dem Hotel, weiss man auch, woher der ganze Krach kommt …

IMG 2257

…. Je me souviens (ich erinnere mich) … heisst für uns erst mal, das war das laute Hotel, vor dem man nirgends mit dem Auto halten konnte.

Nun aber in echt: Dieses Motto ist das (vor sich hergetragene) Bekenntnis der Quebecer zur eigenständigen Kultur … “, naemlich zu Frankreich. Wir lernen es gleich im Hotel, dieses Bekenntnis, denn der Dame an der Rezeption kann man beim besten Willen kein Englisch abringen. Wo kann man parken? hrfeiuh greg errgigiuhg. Gibt es hier einen Aufzug? elgfvzetjhgh eriuerguerg reiuerge rrtz. Bis wann ist Frühstück? iöogjgjd rege gergrug rev fd…. Aha. Na gut, das kriegen wir schon irgendwie raus.

Wie einst Asterix und Obelix ihr gallisches Dorf gegen die römische Weltmacht verteidigten, erwehren sich heute die 7,5 Mio Bewohner der Provinz Quebec der weit über 300 Mio anglophonen Nachbarn, d.h. dem Englischen und dem Amerikanischen.

In Quebec haben wir uns entschlossen, keine (!) Stadtrundfahrt zu machen, auch wenn das eigentlich zu unserem Standardprogramm gehört. Sie war uns einfach zu teuer. Wir dachten, das kriegen wir auch so hin. Einer hat den Stadtplan in der Hand, der andere den Reiseführer, das müßte klappen.

Zu Renates Leidwesen ging es erst mal 20 Minuten in die Oberstadt, d.h. recht steil bergauf. Micha hatte auf seinem Navi die kürzeste Rout eingestellt – zum Glück ohne Autobahn-Modus ;-) .

Hier wird die Route gerade überprüft …

IMG 2109

Fast oben angekommen – das Navi wollte gerade eben sagen “Sie haben ihr Ziel erreicht”, kam plötzlich die Frage auf, wieso ist eigentlich der Rucksack so leicht? Und, äh, wo sind Ausweis und Geldbörse? “Merde” – man darf hier ja nur auf französisch schimpfen – … beides war noch im Hotelzimmer, im Schrank. Wir also zurück, ganze 1476 Schritte umsonst gelaufen sagt der Schrittmesser. Renate nimmt es aber ganz genau :-(
… und wieder 20 Minuten bergauf. Hier war Halbzeit ….

IMG 2101

…. hoffentlich ist hier nix blödes auf die Mauer gespüht, dann bitte gleich Feedback und das Foto wird retuschiert!

Irgendwie kam das Navi in Quebec nicht gut zurecht. Sowohl bei der An- als auch bei der Abreise hatte es minutenlang keine Ahnung, wo wir waren. Es wollte uns entgegen der Einbahnstraße bzw drei mal hintereinander links schicken. Heute früh sagte es bei nachfolgendem Anblick …. “Dem Straßenverlauf 9 km folgen” …

IMG 2263

Da stimmt ja wohl was nicht. Wahrscheinlich kommt es nicht mit den französischen Straßennamen zurecht ;-) So haben wir das Navi ausgeschaltet und den guten alten Stadtplan und Reiseführer aktiviert.

Die Stadt Quebec besteht aus zwei Teilen: der Altstadt, die sich innerhalb der alten Stadtmauer befindet, und dem Teil ausserhalb der Stadtmauer, in dem moderne Bürogebäude zu finden sind.

IMG 2118

IMG 2151 Wir spazierten durch ein Stadttor und in die Altstadt hinein. Hier kann man sich leicht vorstellen, irgendwo in Frankreich zu sein.

Straßenschilder, Speisekarten, Preisschilder, alles auf französich. Auch gibt es sehr schöne Eingangstüren.

In Geschäften oder Cafés wird man auf französisch angesprochen, nie auf englisch.

Eine nette junge Verkäuferin sagte zu Renate sinngemäß “Mein Name ist Melanie. Ich kann nur sehr schlecht englisch. Aber sie können mich alles fragen.” Oha, da heißt es in der Erinnerung kramen, wie man sagt auf französisch “Wieso gibt es hier nur die Größe “S”. Diese Jacke ist mir viel zu klein! Haben sie diese auch größer?”.

Die größte Sehenswürdigkeit ist das Chateau Frontenac. Es ist das Wahrzeichen der Stadt und weithin sichtbar. Hier mit einem Tourist, der sich immer wieder ins Bild drängte …

IMG 2143

Das gewaltige Bauwerk ist ein Hotel mit 500 Zimmern. Man kann leicht einen Chip mit diesem Motiv vollknipsen. Wir sind kurz durch die Eingangshalle geschlendert und sofort wieder raus, denn es wurde gerade von einer Reisegruppe Japanern okkupiert.

Direkt neben dem Hotel ist eine kleine Boutique. Dort wurden Lumberjacks verkauft. Was ist das eigentlich? Der Begriff kommt einem irgendwie bekannt vor. Wir haben es uns erklären lassen: Holzfällerjacken! (englisch “lumber” bedeutet “Bauholz”)

IMG 2155

Hergestellt , um den kältesten Temperaturen zu trotzen. Wird aus Wolle gemacht … kratzt. Diese kleine Schafherde stand vor der Boutique.

IMG 2153

Um es kurz zu machen, wir sehen uns die im Reiseführer ausgewiesenen Sehenswürdigkeiten an, folgen der im Buch beschriebenen Route.

IMG 2183

Bis uns die Energie verläßt und wir das machen, was alle machen, nämlich einen Kaffee und/oder ein Bier trinken.

IMG 2191

Mit diesem Ausschnitt aus einem wunderbar gemalten Bild an einer Fassade beenden wir diese Beschreibung.

12175 Schritte.

Over and out.





Quebec Tag 1

22 09 2008

Montag. Eigentlich stimmt die Überschrift dieses Tages nicht wirklich. Es müßte besser lauten “Fahrt nach Quebec”. Obwohl es von Montreal nach Quebec nur ca 250 km sind, hat das Navi 4 Stunden angegeben. Tatsächlich gebraucht haben wir sechs Stunden. Ist uns eigentlich nicht klar, wieso. Ja, wir haben zwei Zwischenstopps gemacht. Es liegt wohl zum großen Teil daran, dass man nicht schneller fahren darf.

Deshalb gibts vom Montag nicht so viel zu berichten. Eher ein paar Fotos zum Ansehen …

… Viel zu spät, jetzt aber raus aus dem Hotelzimmer, Micha beeilt sich …

IMG 2041

 

Auf der Stadtautobahn von Montreal wird man aufgefordert, heute, am 22. September nicht mit dem Auto in die Stadt zu fahren. Ihr seht, wieviele sich daran halten …

IMG 2045

… und ein Schilderwald beim Verlassen der Stadt! … Wir suchen einen Wohnmobil-Verleiher …

IMG 2047

Wollen uns mal ein kanadisches Wohnmobil von innen ansehen. Als Idee für den nächsten Urlaub. Hier treffen wir auf einen netten Mitarbeiter, der uns mehrere Wohnmobile von innen zeigt. Heute hätte es ein “2 für 1 Wohnmobil”-Angebot gegeben, wie praktisch, da hätte jeder von uns sein eigenes ;-)

IMG 2054

In Quebec kommen wir erst im Dunkeln an. Das ist nicht sehr spät, denn ab 18.30 Uhr fängt es an zu dämmern.

IMG 2079

Hier ein Blick in unser Hotelzimmer.
Seltsame Bettkonstruktion.
Kann man jeweils hochklappen.

 

 

 

 

 

Micha muss das alles erst mal ganz genau untersuchen … wie funktioniert das?!

IMG 2084

Over and out.





Montreal Tag 2

21 09 2008

Sonntag. Nachts 1 Grad, tagsüber 17 Grad.

Heute müssen wir uns etwas kurz fassen.
Wir haben zu viel “auf dem Zettel”.
IMG 1969
Am Sonntag steht als erstes die Stadtrundfahrt auf dem Zettel. Bestes Wetter.

Dazu werden mit einem Shuttleservice vom Hotel abgeholt. Ungewöhnlich.
Aber viel später als ausgemacht.

Wir warten …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei der 3-stündigen Stadtrundfahrt haben wir einen Reiseleiter, der schon gleich zu Beginn der Fahrt sagt, dass er früher mal Lehrer war.

IMG 2022

Das merkt man schnell, auch wenn er es nicht gesagt hätte.

Er fragt nämlich ab :-(

Hier kontrolliert er gerade bei einem Zwischenstopp,ob die indischen Mädels trotz permanentem Gekicher aufgepasst haben … :-)

… also wie heißen die fünf großen Seen in Ost-Kanada?

Na?!! Darüber haben wir doch vorhin gesprochen!

Am Ende bekommen wir Hausaufgaben auf.

Micha und ich waren die Back-Benchers, d.h. wir haben uns ziemlich weit nach hinten gesetzt ;-)

 

 

 

 

Hier eine Sehenswürdigkeit, was ist das? Na?!!

IMG 2003

Den Nachmittag verbrachten wir im Quartier Latein bei Flammkuchen und Bier (Sauerkraut stand auch auf der Speisekarte).
Ausruhen bei Zeitung lesen und Postkarten schreiben.

5162 Schritte (trotz ausruhen)

Over and out.





Montreal Tag 1

20 09 2008

Samstag. Wir haben uns vorgenommen, Montreal eher gemütlich anzugehen. Zunächst ist es aber erst einmal dringend notwendig, unsere “sieben Sachen” zu sortieren. Was sich in ein paar Urlaubstagen an Krimskrams ansammelt. Wie die Eichhörnchen heben wir erst mal alles auf was unseren Weg kreuzt … man weiss ja nie, ob man es nicht noch einmal braucht. Mit Plastiktüten könnten wir mittlerweile handeln. Selbstredend haben wir in jeder Ecke der Reisetasche Seifenstückchen, Zuckertütchen, mini Ketchup-Packungen. Ums Haarewaschen brauchen wir uns das nächste halbe Jahr keine Sorgen mehr zu machen, wir haben uns ausreichend mit kleinen Plastikfläschchen, jeder Geschmacksrichtung und Farbe eingedeckt. Ihr könnt gerne ein paar davon abhaben :-)

Okay, nachdem jeder seine Sachen nach … wichtig, aktuell unwichtig und unbedingt mitnehmen … sortiert hat, versuchen wir es mit einem Plan für heute. Wo sind wir genau, wie ist das Wetter, wohin können wir laufen. In Vorbereitung der Tour wird natürlich auch der Schrittzähler installiert …

IMG 1837

IMG 1940Unser Hotel “Les Suites Labelle ” liegt für unsere Vorhaben perfekt. Wir können einerseits leicht ins Zentrum und in die Altstadt von Montreal laufen (aus dem Hotel und links herum). Für das abendliche Vergnügen brauchen wir andererseits nur (rechts) aus dem Hotel fallen und sind in zehn Minuten im Quartier Latin, einem Studentenviertel.

IMG 1957

Wir nehmen uns für heute eine Fahrt mit dem Boot auf dem St Lorenz Strom vor, und laufen Richtung … bei uns in Hamburg würde man sagen “Landungsbrücken”. Dort suchen wir uns ein ganz bestimmtes Schiff, denn wir haben von unserer Reiseagentur einen Gutschein, d.h. eine Reservierung für eine 1,5 stündige Bootsfahrt.

Zwei mal wollen wir es uns leicht machen und fragen nach dem Weg. Auf französisch. Was nutzt alle Theorie, wenn man im richtigen Leben nicht übt. Wir ignorieren Irritation und Zurückweichen der Zielperson und fragen beharrlich nach, wo entlang, wie weit, welcher Kiosk. Trotz widersprüchlicher Richtungs- und Entfernungsangaben haben wir bald unser Ziel erreicht. Wir haben ja unsere Geheimwaffe …. das Navi, auch zu Fuß wenn’s denn sein muss. :-)

Am Hafen. Wir als Wohn- und Wunsch-Hamburger haben so unsere eigene Vorstellung, was ein Hafen ist, hier an den Landungsbrücken von Montreal sind auf jeden Fall viele Touristen. Es gibt ne Menge kleiner Verkaufstände mit T-Shirts, Sonnenbrillen, Handtaschen usw., wie bei uns.

Wir haben es mittlerweile etwas eilig, denn 14 Uhr geht es mit der Bootsfahrt los. Wir entern das Oberdeck und harren der Dinge und des Vortrages. Bevor wir ablegen mischt sich der “Reiseleiter” ein wenig unter sein touristisches Volk. Bei uns bleibt er ein Weilchen hängen, denn wir haben ihn gleich alles gefragt, was uns einfiel. Er wiederum erzählt uns ein wenig von seinem Alltag an Bord und vom Umgang mit den unterschiedichen Mentalitäten, die ihm begegnen. Zum Beispiel sind seine Kunden zu 80 Prozent Amerikaner, davon auch heute noch ganz viele, die betonen, dass sie George Busch nicht (!) gewählt haben. :-)

Wir haben eine angenehme Zeit an Bord, er erklärt viel und mit Vergnügen.

IMG 1810

An dieser Stelle ein Foto von der Bootstour

IMG 1858

Nach der Bootstour geht es zu Fuss weiter. Mit der Karte in der Hand machen wir die Innenstadt im Zickzack unsicher, wir folgen einem Routenvorschlag unseres Reiseführers.

Dabei fällt uns u.a. auf, dass an jeder dritten Ecke ein Brautpaar fotografiert wird.

Mal auf einer Treppe im Einkaufszentrum …

IMG 1899

mal in der Altstadt bei einem Akkordeonspieler tanzend

IMG 1923

IMG 1918

- ihm haben sie übrigens nix gegeben …

… bringt bestimmt schlechtes Karma …

… mal vor dem Rathaus …

IMG 1937

… ja, warum sind hier so viele Brautpaare? Ist heute ein besonderes Datum? Irgendetwas, was man sich gut merken kann? 20.09.2008? Nö, eigentlich nicht.

Wir kommen zu einer Stelle, da stehen zahlreiche weiße Limusinen herum und fragen einen der Chauffeure, ob er uns das erklären kann.

Schmunzelnd erklärte er, zehn Brautpaare an jener Stelle seien gar nichts!! Von Mai bis September sei die “Wedding-Season”. Jetzt sei es gerade noch möglich, in der Stadt herumzulaufen und sich überall für Erinnerungsfotos fotografieren zu lassen, bevor der Schnee kommt. Sei hier Tradition. Dann zeigte er uns seinen weißen Schlitten, wo neu lackiert und wo schon wieder der Rost durchkäme (heimlich!). Ist er nicht niedlich ?! … :-)

IMG 1934

Dann kam leider die Braut um die Ecke gewogt und er musste Champagner aus dem Kofferraum organisieren :-)

Ach ja, er sei ja Grieche und überhaupt wäre er auch Hobby-Fotograf und hätte auch so eine Fotokamera, ob er ein Foto von uns an seinem Auto machen solle … na klar! Ein sehr vergnügtes Erlebnis :-)

IMG 1930

Zum Ende unseres Spazierganges sind wir durch eine Straße, in der es viele Galerien gibt. Hier zum Schluss ein Foto einer Skulptur, die Renate am besten gefallen hat …

IMG 1912

11.973 Schritte.

Over and out.





Ottawa

19 09 2008

Freitag. Nun muss aber mal ein Bild von Micha aus dem Haupstadt-Studio (Live-Berichterstattung!) hinein.

IMG 1558

In Ottawa klappte die Technik ausnahmsweise mal sofort. Sonst liegt noch diverses Kabelzeug oder anderes Technikzeug herum, was beschimpft wird.
(Anmerkung des Lektors: Ich schimpfe nicht immer ;-)

Also, in irgendeinem unserer Reiseführer steht drin, dass man die Sehenswürdigkeiten von Ottawa in einem halben Tag abhaken kann. Das stimmt nicht. Nachdem wir das gelesen hatten, hat es uns aber doch ein wenig beeinflußt, denn bis wir uns Richtung Stadtrundfahrt-Bus getrollt hatten, war es doch relativ spät. Da wir nur eine Nacht in Ottawa blieben, mußten wir vorher noch auspacken und auschecken. Unseren Wagen konnten wir vor dem Hotel stehen lassen (ganz rechts). Natürlich ist man immer etwas beunruhigt, wenn man den Wagen mit aaallen Unterlagen und Sachen irgendwo stehen läßt.

IMG 1771

Egal, auf zur Stadtrundfahrt und Tickets kaufen.

IMG 1598

Die Preise für Stadtrundfahrten sind in Kanada doch sehr unterschiedlich. Hat die Tour in Toronto noch 13 $ gekostet (3 Tage gültig für Hop on Hop off), sind es hier in Ottawa schon 24 $ (24Std gültig Hop on Hop off) und in Montreal 40 $ (für einmalige Fahrt von 3Std), alles pro Person. Da es aber die Möglichkeit ist, am schnellsten die bekanntesten Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen und einen Überblick zu bekommen, fangen wir damit immer an.

IMG 1601

Erwartungsfroh also rein in den Doppeldecker und den Stadtplan gezückt.

Die junge Dame, die uns Ottawa näher bringen sollte, war Anfängerin und wir werden sie so schnell nicht vergessen. Sie holte ein Manuskript hervor und begann daraus vorzulesen. Da die Stadtrundfahrt in Ottawa zweisprachig ist, sprach sie den Text zunächst auf französisch und dann auf englisch. Englisch konnte sie nicht so gut. Okay, jeder fängt irgendwie mal an. Aber als sie dann zwischendurch auch noch gaaäähnte, oh, sorry, haben uns die 24 $ doch sehr leid getan. Beim vierten Busstopp flohen wir zur nächsten Sehenswürdigkeit :-) . Sie versäumte nicht, uns darauf hinzuweisen, dass sich das Personal über Trinkgeld freut.Wir haben das irgendwie ignoriert.

Apropos Trinkgeld. Das läuft hier anders als in Deutschland. Aus ganz gesicherter Quelle haben wir erfahren, dass sich kanadische Kellner/innen nicht gerade freuen, wenn Europäer ins Lokal kommen. Es scheint, wir geben standardmäßig zu wenig Trinkgeld. Wir runden irgendwie nur auf. Verunsichert hatte uns diesbzgl bereits ein Satz , den wir im HARDROCK-Cafe lasen. Dort liess man uns wissen, dass die Kellner 20-30% Trinkgeld erwarten. Äh, wie bitte, wieso so viel?!
Anscheinend bekommen die jungen Leute nur 3-4 $ Stundenlohn und der Rest geht eben übers Trinkgeld. Wir gewichten seither den Faktor Freundlichkeit etwas mehr beim Aufrunden.

Aber zurück zur Stadtrundfahrt. Wir hoppten also off bei einem Museum.

IMG 1721

Museum of Civilization. Das Museum wird im Reiseführer als das Museum mit den meisten Besuchern in Kanada (1,4 Mio) beschrieben.

IMG 1623

Wir haben das nicht so richtig geglaubt und nahmen uns zu viel Zeit für einen Cappucchino. Um gestärkt mal kurz ins Museum zu schauen. Nicht gut geplant.

Das Museum ist nämlich sensationell. Hier hatten wir zuwenig Zeit, um die super extrem tolle Indianerausstellung genau anzusehen.

 

IMG 1715

Hier die Eingangshalle ….

IMG 1674

Ein Besuch im Museum startet mit einer sehr großen Halle, in der riesige Totempfähle und Holzbauten aufgebaut sind. Diese sind den sechs Indianerstämmen an der Westküste Kanadas gewidmet.

ueberblick

Wie in der Zeitreise geht man durch die Ausstellung und kann die Entwicklung bis heute verfolgen. Es gibt viele Diavorführungen, Filme, Zusatzausstellungen.

In diesem Museum gibt es auch ein Postmuseum. Dort haben wir kurz hinein gesehen.

IMG 1656

IMG 1661

Auch ein Blick auf alte Briefmarken erzählt viel
vom Leben in Kanada.

 

 

Alte Postfächer …

IMG 1652

Am späten Nachmittag hoppten wir wieder “on” und setzten die Stadtrundfahrt mit einer engagierteren jungen Dame fort. So sah der Trolley aus, mit dem wir dann fuhren …

IMG 1737

Nachfolgend ein kleines Panoramabild. Nein, dies ist nicht versehentlich ein Bild von den Niagarafällen! In Ottawa gibt es auch einen Wasserfall, klein aber fein.

IMG 1743

IMG 1752

Jetzt war es schon 17 Uhr und wir stellten uns darauf ein, so bald es geht zum Hotel zurück zu gehen und das Auto zu holen.

Denn wir hatten noch eine 2,5 Std Autofahrt vor uns. Ziel Montreal.

 

 

 

 

 

Als die Sonne langsam unterging, gab das Navi wieder den Ton an.

IMG 1781

 

 

 

 

 

 

IMG 1786

Es war ein schöner Tag und … Ottawa ist sehr sehenswert.
Wir sehen gerne zurück.

6180 Schritte in Ottawa.

Last not least: Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass es in Ottawa ein Opfer zu beklagen gab: Micha’s rahmenlose Brille ist zerbrochen :-(
Zum Glück ist eine zweite Brille mit nach Kanada gekommen, so dass er jetzt nicht im dunkeln tappen oder Renate ihm alles erzählen muss, was es zu sehen gibt

Over and out.





Algonquin Park – Ausflug 2

18 09 2008

Donnerstag. Der Wecker klingelt um 6:30 Uhr. Das ist im Urlaub nahezu unmenschlich! Nach drei Mal draufhauen, ist der innere Schweinehund überwunden. Wir wollen früh starten, denn wir haben heute ganz viel vor.

Vor allen Dingen wollen wir im Algonquin Park mit dem Kanu über ein paar Seen paddeln. Am Morgen ist es noch sehr kalt, knapp über Null Grad. Bis wir gepackt und aus dem Hotel ausgecheckt haben, ist es temperaturmäßig auch schon etwas milder. Als wir im Park beim Kanuverleih sind, reichen 2 Pullover + Schwimmweste.

Kanuverleih

Wir leihen ein Aluminiumkanu, das scheint am stabilsten – der neue Fotoapparat darf ja schließlich nicht ins Wasser fallen :-)

IMG 1306

–> Apropos Aluminiumkanu, das ist auch die Auflösung unseres “Bild-Rätsels” vom 16.September. Hier das Bild nochmals aus einer anderen Perspektive :-)

IMG 0828

Da wir recht früh dran sind, ist es sehr still auf dem See. Wir paddeln am Ufer entlang, vielleicht entdecken wir hier ein paar Tiere, z.B. ein Moose beim Zähneputzen. Sehr idyllische Gegend. Viele kleine und noch kleinere Inselchen und jede Menge Sommerhäuser (Lodges).

Alqonquin Park

Wir haben einen Routenvorschlag des Verleihers bekommen, an den halten wir uns. Ausser uns sind nur noch drei andere Kanus auf dem See; die Haupt-Reise-Saison ist vorbei, das ist absolut nach unserem Geschmack.

IMG 1386

Nach zwei Stunden ziehen wir das Kanu an Land, holen Bananen und Schokolade raus. Die Moose-Ausbeute aber bleibt schlecht. Nix zu sehen und zu hören.

IMG 1420

IMG 1509

“… sag mal hast du das eben auch gehört?!” “nö, was?!”

Okay, kein Moose. Hier aber eine Aufnahme, die nachmittags im Museum entstand. So sieht eine Moose-Kuh aus.

IMG 1516

Und so das männliche Gegenstück. Das Geweih hat jeweils 1m Durchmesser.

Im September, also jetzt, ist Brunftzeit. Um sich (noch) attraktiver zu machen, uriniert der Elch übrigens auf den Boden und wälzt sich darin herum. Je mehr Gestank, desto erotischer für die Moose-Kuh. Na so was.

Wie dem auch sei, wir haben nichts gesehen, nichts röhren gehört, bis auf … moment mal war das nicht eben ein Biber, der Reginas Sonnenbrille auf hatte ?! :-)

biber brille 2

… und dann gings langsam wieder zurück.

IMG 1426

Rund um den See ist übrigens der Indian Summer schon angekommen.

Indian Summer

Im Anschluss an die Paddeltour sind wir ins VISITORCENTER des Parkes. Das ist auf der Ostseite. Dort steht am Eingang eine Tafel, auf der steht, wer an diesem Tag welches Tier wo gesehen hat. Diese Tafel wollen wir Euch nicht vorenthalten. Am heutigen Tage waren also folgende Tiere gesichtet worden:

IMG 1527

Der Tafel konnten wir entnehmen, dass grade 10 min bevor wir ankamen, von der Aussichtsplattform des Visitorcenters eine Moose-Kuh mit zwei Kälbern zu sehen war.

IMG 1481

Wir also nix wie raus auf die Plattform und tatsächlich, wir haben ein Tier gesehen, aber es war mit bloßem Auge nicht größer als ein halbes Gummibärchen. Es hat mit dem linken Ohr gewackelt und sich damit Fliegen vom Hals gehalten.

Micha hats mit dem Fernglas gesehen.

So. Und nach dem Besuch im Visitorcenter war es 18 Uhr und wir haben uns ins Auto gesetzt und sind nach Ottawa gefahren, etwa 4 Stunden.

Das war ein langer Tag.

400 km mit dem Auto + kaum Schritte * aber ne Menge Paddelschläge mit den Flügelchen.

Over and Out.