Maid of the Mist

12 09 2008

Freitag. Heute hat es den ganzen Tag geregnet. Das hat aber nicht sehr viel ausgemacht, denn wenn man sich den Niagara-Fällen nähert, wird man sowieso patsche nass.

Am Morgen haben wir erst mal alles fotografiert, was irgendwie nach Niagara-Fall aussieht. Es gibt davon nämlich eigentlich zwei Wasserfälle,
einen auf amerikanischer und einen auf kanadischer Seite.

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Niagara-Falls ist dabei nicht nur der Name der Wasserfälle, sondern auch der Name der beiden Städte, jeweils auf kanadischer und amerikanischer Seite. Beide Städte haben ca 70.000 Einwohner und sind vollständig vom Tourismus in Besitz genommen worden, eigentlich ist das alles hier ein großer Jahrmarkt.

Maid of the Mist

Hauptattraktion ist eine 30 min Bootsfahrt mit der „Maid of the Mist“, bei der man dicht an die Fälle heran fährt. Bevor man aufs Boot geht, bekommt man einen zeltgroßen Plastik-Poncho. Auf der kanadischen Seite ist der Poncho blau, auf der amerikanischen Seite ist er gelb.

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Auf dem Schiff wuseln dann hundert blau gekleidete Touris herum und irgendwie knipst jeder jeden in Erwartung dessen, was kommt – eimerweise Wasser von oben. Ist es anfangs noch so was wie Dunst („Mist“) und Nieselregen, war es nach zehn Minuten etwa so, als stünden wir unter der Dusche mit Klamotten. Ein ganz großer Fehler von uns beiden war, zwischendrin zu versuchen, die Kapuze festzuhalten. Denn im Nachhinein stellten wir fest, dass in etwa der Inhalt eines 5-Liter-Wassereimers in unseren Ärmeln war. Ärmel, Hosenbeine, Schuhe, alles pitschenass und die Brille komplett beschlagen – tolle Wurst! Egal welcher Nation der nächste Touri neben einem war – ob Inder, Japaner, Südamerikaner, Israelis, Amerikaner – alle sahen aus wie einmal durch die Waschanlage gezogen und hatten die gleiche „Frisur“, nämlich gar keine mehr. Es war ein echtes Happening :-)

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Und war das Wasser unter den Poncho gelaufen, mutierte man selbst untendrunter zur Dampfsauna. Wie man dabei noch anständige Fotos machen und das ganze für die Nachwelt festhalten kann, bleibt ein Rätsel.

Nach 45 Minuten war alles vorbei und man durfte wieder an Land. Wir haben uns dort erst mal „gesammelt“, d.h. in Augenschein genommen und beratschlagt, wie es nun einigermaßen zivilisiert weitergehen könnte. Wir sind ins nächste Lokal, haben einen Kaffee getrunken und mal nicht einen Burger mit Fritten, sondern Fritten mit Burger gegessen. Viel mehr Auswahl gibts hier nämlich nicht. Danach haben wir von oben alles fotografiert was nach Wasserfall aussieht.

Um das Erlebnis komplett zu machen, sind wir zum Schluss des Ausflugs ins IMAX-Kino und haben uns die Geschichte der Fälle und der „Daredevils“ angesehen. Als Daredevils werden diejenigen bezeichnet, die sich wagemutig bis selbstmörderisch in eine hölzerne „Nussschale“, ein Kanu oder irgendwas selbst gebautes setzen und sich damit die Fälle herunter stürzen. Dazu gibt es auch ein kleines Museum. Wieviele es nicht schaffen, wird nicht gesagt, geschafft haben es nur eine Handvoll.

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8100 Schritte und es regnet immer noch. Das reicht für heute.

Over and out.