Samstag. Wir haben uns vorgenommen, Montreal eher gemütlich anzugehen. Zunächst ist es aber erst einmal dringend notwendig, unsere „sieben Sachen“ zu sortieren. Was sich in ein paar Urlaubstagen an Krimskrams ansammelt. Wie die Eichhörnchen heben wir erst mal alles auf was unseren Weg kreuzt … man weiss ja nie, ob man es nicht noch einmal braucht. Mit Plastiktüten könnten wir mittlerweile handeln. Selbstredend haben wir in jeder Ecke der Reisetasche Seifenstückchen, Zuckertütchen, mini Ketchup-Packungen. Ums Haarewaschen brauchen wir uns das nächste halbe Jahr keine Sorgen mehr zu machen, wir haben uns ausreichend mit kleinen Plastikfläschchen, jeder Geschmacksrichtung und Farbe eingedeckt. Ihr könnt gerne ein paar davon abhaben
Okay, nachdem jeder seine Sachen nach … wichtig, aktuell unwichtig und unbedingt mitnehmen … sortiert hat, versuchen wir es mit einem Plan für heute. Wo sind wir genau, wie ist das Wetter, wohin können wir laufen. In Vorbereitung der Tour wird natürlich auch der Schrittzähler installiert …

Unser Hotel „Les Suites Labelle “ liegt für unsere Vorhaben perfekt. Wir können einerseits leicht ins Zentrum und in die Altstadt von Montreal laufen (aus dem Hotel und links herum). Für das abendliche Vergnügen brauchen wir andererseits nur (rechts) aus dem Hotel fallen und sind in zehn Minuten im Quartier Latin, einem Studentenviertel.

Wir nehmen uns für heute eine Fahrt mit dem Boot auf dem St Lorenz Strom vor, und laufen Richtung … bei uns in Hamburg würde man sagen „Landungsbrücken“. Dort suchen wir uns ein ganz bestimmtes Schiff, denn wir haben von unserer Reiseagentur einen Gutschein, d.h. eine Reservierung für eine 1,5 stündige Bootsfahrt.
Zwei mal wollen wir es uns leicht machen und fragen nach dem Weg. Auf französisch. Was nutzt alle Theorie, wenn man im richtigen Leben nicht übt. Wir ignorieren Irritation und Zurückweichen der Zielperson und fragen beharrlich nach, wo entlang, wie weit, welcher Kiosk. Trotz widersprüchlicher Richtungs- und Entfernungsangaben haben wir bald unser Ziel erreicht. Wir haben ja unsere Geheimwaffe …. das Navi, auch zu Fuß wenn’s denn sein muss.
Am Hafen. Wir als Wohn- und Wunsch-Hamburger haben so unsere eigene Vorstellung, was ein Hafen ist, hier an den Landungsbrücken von Montreal sind auf jeden Fall viele Touristen. Es gibt ne Menge kleiner Verkaufstände mit T-Shirts, Sonnenbrillen, Handtaschen usw., wie bei uns.
Wir haben es mittlerweile etwas eilig, denn 14 Uhr geht es mit der Bootsfahrt los. Wir entern das Oberdeck und harren der Dinge und des Vortrages. Bevor wir ablegen mischt sich der „Reiseleiter“ ein wenig unter sein touristisches Volk. Bei uns bleibt er ein Weilchen hängen, denn wir haben ihn gleich alles gefragt, was uns einfiel. Er wiederum erzählt uns ein wenig von seinem Alltag an Bord und vom Umgang mit den unterschiedichen Mentalitäten, die ihm begegnen. Zum Beispiel sind seine Kunden zu 80 Prozent Amerikaner, davon auch heute noch ganz viele, die betonen, dass sie George Busch nicht (!) gewählt haben.
Wir haben eine angenehme Zeit an Bord, er erklärt viel und mit Vergnügen.

An dieser Stelle ein Foto von der Bootstour

Nach der Bootstour geht es zu Fuss weiter. Mit der Karte in der Hand machen wir die Innenstadt im Zickzack unsicher, wir folgen einem Routenvorschlag unseres Reiseführers.
Dabei fällt uns u.a. auf, dass an jeder dritten Ecke ein Brautpaar fotografiert wird.
Mal auf einer Treppe im Einkaufszentrum …

mal in der Altstadt bei einem Akkordeonspieler tanzend


- ihm haben sie übrigens nix gegeben …
… bringt bestimmt schlechtes Karma …
… mal vor dem Rathaus …

… ja, warum sind hier so viele Brautpaare? Ist heute ein besonderes Datum? Irgendetwas, was man sich gut merken kann? 20.09.2008? Nö, eigentlich nicht.
Wir kommen zu einer Stelle, da stehen zahlreiche weiße Limusinen herum und fragen einen der Chauffeure, ob er uns das erklären kann.
Schmunzelnd erklärte er, zehn Brautpaare an jener Stelle seien gar nichts!! Von Mai bis September sei die „Wedding-Season“. Jetzt sei es gerade noch möglich, in der Stadt herumzulaufen und sich überall für Erinnerungsfotos fotografieren zu lassen, bevor der Schnee kommt. Sei hier Tradition. Dann zeigte er uns seinen weißen Schlitten, wo neu lackiert und wo schon wieder der Rost durchkäme (heimlich!). Ist er nicht niedlich ?! …

Dann kam leider die Braut um die Ecke gewogt und er musste Champagner aus dem Kofferraum organisieren
Ach ja, er sei ja Grieche und überhaupt wäre er auch Hobby-Fotograf und hätte auch so eine Fotokamera, ob er ein Foto von uns an seinem Auto machen solle … na klar! Ein sehr vergnügtes Erlebnis

Zum Ende unseres Spazierganges sind wir durch eine Straße, in der es viele Galerien gibt. Hier zum Schluss ein Foto einer Skulptur, die Renate am besten gefallen hat …

11.973 Schritte.
Over and out.
hallo Ihr Zwei ,mehr und mehr beneiden wir Euch, die drei schlanken Damen gefallen mir auch.
Tschüß Gruß h+g