Mittwoch. Fahrt von Quebec nach St.-Alexis-de-Mont. Nachdem wir drei große Städte besucht haben, sind wir froh, wieder in die Natur zu kommen. So viel Sightseeing und so viele Eindrücke. Unser Arbeitsspeicher ist voll, es besteht die Gefahr von „RAM-Overflow“
An diesem Tag wollen wir nur ca 200 km fahren. Das Navi meint, wir brauchen dazu drei Stunden. Es hat länger gedauert. Es war dunkel, als wir ankamen. Mal wieder.

Jaha, wir kamen „zufällig“ an einem Outlet-Store vorbei, der in einer ganz anderen Richtung liegt und sahen uns an, was es dort so alles gibt …
Dann machen wir auch einen Abstecher zu einem der berühmten kanadischen Wasserfälle (Canyon St Anne), schwächeln aber doch an der Eingangspforte und trinken nur einen Kaffee.
Wir haben auf einmal keine Lust mehr auf Tourismus und ausgetretene Pfade …
… wir wollen in die Natur.

Wir wollen zum Indian Summer. In den wenigen Tagen, die wir in Ottawa, Montreal und Quebec waren, hat sich der Anblick der Wälder verändert. Es gibt viel mehr Farben …

Der geneigte Leser/in kann sich an dieser Stelle bitte schon einmal darauf einstellen, ab jetzt mit bunten Baum-Fotos überschüttet zu werden. Die Buntheit der Bäume ist grandios. Von rosafarbenen Blättern über gelb und orange zu knallrot.

… es gibt alle Farben …

… bis rot …

Unser einziges Zwischenziel ist die Stadt „Trois Rivieres„. Der Reiseführer schreibt: Dieser Ort wurde 1634 als befestigter Pelzhandelsposten gegründet und ist die zweitälteste französische Stadtgründung in Quebec.
Im Norden der Stadt liegt nicht nur unsere nächste Unterkunft, sondern auch ganz viele Wälder. Der große Holz- und Wasserreichtum ermöglichte den Aufbau einer starken Holz- und Papierindustrie. Trois Riviere hat den Beinamen „Papierhauptstadt der Welt“.
Wir lassen auch Trois Riviere hinter uns und langsam wird es schon dunkel. Die Orte werden immer kleiner.
Die Straßenschilder bleiben französisch, bzw gibt es Schilder, die uns neu sind …
Es sieht so aus als würde man sich hier schon auf den kommenden Schnee vorbereiten.

Wir fahren ab und zu an Baumärkten vorbei, die schon Schneepflüge, Schneefräsen, Schneemobile u.ä. zum Verkauf anbieten. Jemand sagte uns, im vergangenen Jahr hat es Ende September schon geschneit.
Damit wir im kanadischen Nirgendwo nicht ohne Benzin stehen bleiben, tanken wir sicherheitshalber noch einmal. Man beachte, dass es auch hier in der französischen Provinz Quebec an den Tankstellen Eiswürfel zu kaufen gibt. So ganz ohne amerikanischen Einfluss geht es also doch nicht ab

Dann hatten wir das Nirgendwo erreicht. Es gab keine Straßenlaternen, keinen Ort, nur nix. Und das Navi tönt gutgelaunt … „Sie haben Ihr Ziel erreicht.“
Man muss das Navi an dieser Stelle auch mal in Schutz nehmen. Google kannte die Adresse unseres Hotels auch nicht. Es liegt mitten im Wald, wo sich Hase und Igel „Gute Nacht“ sagen. Ach nein, das darf man hier nicht sagen, das gilt nur für Buxtehude. Hier sind es Schwarzbär und Biber, für die Franzosen unter der Leserschaft „Ours et Castor“.
Wir fahren also übers Ziel hinaus und in Serpentinen den Berg hinunter bis zum Lac (See). Tjaha, da könnt Ihr mal sehen, wie wir uns mit den Vokabeln herumschlagen müssen!
Ganz unten gabs einen Parkplatz und ein Schild „Rezeption“. Renate wollte das Stück im Dunkeln nicht laufen, wg „Danger“ und „Ours“ und „die können schnell rennen und besser klettern“ …
Also gut, wir parken quasi direkt vorm Rezeptionisten. Eine wunderbare Unterkunft, ein ganz tolles großes Blockhaus. Hier ein Blick in die Lobby …

Was es hier in der Gegend an größeren Tieren gibt, hängt auch an der Wand …

Sieht aus wie ein Waschbär, wenns nicht stimmt, sollen die Ornithologen bitte Feedback geben ….
Okay, zugegeben, Eisbären gibt es hier nicht oft …

aber die kleinen Brüder, die Schwarzbären gibt es in der Provinz Quebec 70.000 mal, Tendenz steigende Anzahl.

Es gibt sehr viele Biber und Biberjäger (Trapper = Fell-Übers-Ohr-Zieher)
Es gibt Moose

Unser Zimmer war natürlich auch ganz aus Holz.
Une image vaut 1000 mots.
(Anmerkung des Lektors:
Ich habe das Online-Wörterbuch durchgepflügt. Das ist frech vom Schreiberling

… und last not least …
Wir haben uns das Blockhaus noch rundherum angesehen und blieben über eine Stunde staunend auf der Terrasse. Da keine Stadt in der Nähe ist, konnte man einen wunderbaren Sternenhimmel incl. Milchstraße sehen. Aus ca 85 Fotos auf denen nur weisse Punkte zu sehen waren, haben wir für die Leserschaft den großen Wagen herausgesucht.
Nur für Euch fotografiert! Nicht retuschiert, echt.

Over and out.
Hallo Ihr zwei Vagabunden!
Kann ich gut verstehen, dass es Euch immer wieder hinaus ins Grüne, respektive Bunte zieht. Mir als eingefleischtem Hobby-Botaniker würde das auch sehr gefallen, ich beneide Euch.
Dass sich Ornithologen mit Waschbären auskennen, ist mir neu, aber man lernt ja nie aus…
Viel Spaß und weitere beeindruckende Naturerlebnisse (es muss ja nicht gleich ein Ours sein…) wünsche ich Euch!
Herzlichst
Bernd
Renate amüsiert sich hier köstlich

…Du hast den Test bestanden, wir wollten mal schauen wer an diesem Wochenende aufmerksam mitliest
Vielen Dank für’s Feedback.
Hi Ihr Zwei, ist das nicht Wahnsinn was die Natur so alles treibt,,den Waschbär hätte ich gerne in natura gesehen.Und typisch Misch ,schaut sich genau das Holz und Konstruktion an. Dieses Hotel verkörpert perfekt was man sich so unter Kanada und wilde Romantik versteht.Genießt noch alles in vollen Zügen,denn bald ………. lieben Gruß H+g