Huntsville Tag 2

17 09 2008

Mittwoch. Wir legen einen gemütlichen Tag ein und bleiben hier im Ort. Wir besuchen ein Museum und gehen Pizza essen.

Und das ist ein Inukshuk.

Inukshuk zeichnung

UPDATE: Für alle fleißigen Mitleser, die hier schon waren. Wir haben wieder besseren Internetzugang und daher die folgenden Seiten etwas erweitert.

Mehr unter:

Den Rest des Beitrags lesen »





Algonquin Park 1

16 09 2008

Heute bauen wir diesen Blog anders auf. An dieser Stelle nur eine kurze Übersicht. Weiteres findet Ihr am unteren Ende des Textes unter „Den Rest des Beitrags lesen „. Soll angeblich für den Leser angenehmer sein. :-)

Dienstag. Wir fahren von Huntsville aus zum Algonquin Park, wandern um einen See, suchen nach Moose und fahren wieder zurück.

IMG 0998

PS: Bitte gebt uns mal Feedback zum Aufbau des Blog’s, wir sind ja noch Blog-Anfänger.
Sind die Texte zu lang?
Worauf könnten wir achten um es Euch Lesern angenehm zu gestalten?
….und was fällt Euch sonst noch so ein?

Den Rest des Beitrags lesen »





Huntsville Tag 1

15 09 2008

Hallo zusammen, hier erst einmal die Auflösung unseres „Bild-Rätsels“.
Sebastian hat auf Anhieb richtig getippt, wow klasse :-)

IMG 0583

Es ist die Spiegel- und Vergrößerungs-Einheit eines Leuchtturms. Hier im Museum haben sie statt der starken Lampen „nur“ eine einfache Glühbirne eingebaut und genau das war auf dem Foto zu sehen.

Montag. Wenn man fast jeden Tag in einem anderen Hotel übernachtet und zwischendrin alles ins Auto stopft, ist ein Moment immer der nervigste von allen: „… wo ist eigentlich mein … Ausweis … Brustbeutel … Brille … „. Was man gerade sucht ist fast austauschbar, sofort geht der Adrenalinspiegel hoch. Man wird hektisch, durchwühlt alles und kramt in der Erinnerung, wo das gesuchte Objekt zuletzt gesichtet wurde. „Oh, hoffentlich habe ich das nicht in …xyz… liegen gelassen!!“ … Hast du das gesehen?!! Die wichtigsten Dinge wie Notebook oder den neuen Fotoapparat hat man ja mehr oder weniger immer am Körper :-) . Mit anderen Worten, bis eben war die Brille nicht auffindbar, aber jetzt sie wieder da und der Blutdruck kann wieder runter gehen.

Am heutigen Montag haben wir es nicht weit. Wir fahren gemütlich von Midland nach Huntsville . Es sind lt Navi ca 120 km. Da wir nicht die direkte Route nehmen, sondern an Seen entlang fahren wollen, wird es ein wenig zickzack gehen. Aber die Strecke ist schöner. Zunächst ist es die Kunst, das dem Navi beizubringen.

Wenn man vom Highway abfährt, so sehen die Orte, durch die wir hindurch kommen, ungefähr aus:

IMG 0690

Unser Navi hat übrigens eine ziemliche Macke. Wie in USA gibt es wie erwähnt auch in Kanada „Highways“. Auf Verkehrsschildern steht dann die Abkürzung „Hwy“. Was aber macht das ALDI-Navi daraus?! Es kündigt Richtungswechsel zwischen einem Highway zum nächsten lautstark an mit zum Beispiel „… bitte wechseln Sie in 150 m auf Hawehübsilon 60 … “ äh, wohin? … so geht das den ganzen Tag.

Auf der Fahrt wird zum Glück das Wetter besser. Endlich sehen wir wieder blauen Himmel und die Umgebung wird grüner. Insgesamt soll es tagsüber milder, aber nachts bald 1 Grad werden. Gut für den Indian Summer, mehr und mehr Blätter färben sich ein wenig rot.

IMG 0842

IMG 0771

Und die ersten Moose-Verkehrsschilder tauchen auf.
Wir sind gespannt, ob eines unseren Weg kreuzen wird.

Nachmittags kommen wir in Huntsville an. Der Ort hat ca 18.000 Einwohner und ist Ausgangsort für Ausflüge zum Alonquin Park, einem der Nationalparks von Canada. Da der Fremdenverkehr die Haupteinnahmequelle des Ortes ist, gibt es im Bereich der Main Street ein Restaurant und Geschäft neben dem anderen.

Zu Fuß, ja zu Fuß!, sehen wir uns das Zentrum an. Es fällt auf, dass die Stadt ein Herz für Sport und Kunst hat. Anscheinend war hier gestern ein „Ironman-Marathon „. Schade, dass wir den verpasst haben. Überall ist noch die Werbung dafür zu sehen.

An zahlreichen Fassaden in der kleinen Innenstadt sind großformatige Ölbilder der „Group of Seven“ angebracht. Das sieht super aus. Wir müssen mal im Internet nachsehen, wer das ist.

IMG 0807

Heute abend müssen wir aber erst mal nachlesen, was man im Alonquin Nationalpark machen kann. Der steht nämlich morgen auf dem Plan.

Soviel für heute.

Ach übrigens, hier in Huntsville klappt das mit unserem Internetzugang nicht so gut, müssen mit dem Notebook im Motel rumlaufen um einen Platz zu finden, wo wir einigermaßen Empfang haben und auch dann bricht’s dauernd weg. Micha hat gestern in seiner Verzweiflung versucht, neue Treiber zu installieren, mit dem Ergebnis dass das Notebook gar nicht mehr hochzufahren war und er ziemliche Schweißausbrueche bekam. Irgendwie hat er’s dann wieder hinbekommen und wir versuchen jetzt mit dem bißchen an Verbindung zu leben; ist fast wie Analog-Modem damals :-(
Also nicht wundern wenn’s bißchen später als gewohnt wird, bis neue Berichte erscheinen.

180 km + 1.733 Schritte. Als Fußgänger ist man hier wirklich ein Exot. :-)

Over and out.





Midland

14 09 2008

Sonntag. Bevor unser Kurzbericht startet kommt hier zunächst ein kleines Rate-Bild. Was ist das?

Wir freuen uns über Euer Mitraten und zeigen die Auflösung in Kürze hier auf dieser „Frequenz“ :-)

PICT6905

 

Also, Sonntag im Herbst in Midland, bei ganz vielen dunklen Wolken und Regen. Was macht man da eigentlich? Gar nix machen oder ins Museum? Wir gingen ins Museum.

Nun, wer oder was sind denn jetzt Huronen? Indianer. Es ist ein Indianerstamm, der zwar mit den Iroquesen verwandt, aber dennoch verfeindet war. So was solls ja geben. Beide, Huronen und Iroquesen haben mit Biberfell gehandelt. Die Huronen mit den Franzosen, die Iroquesen mit den Holländern.

Was macht man mit Biberfell? Nach dem Häuten zog man es damals so lange hin und her durch Quecksilber, bis die vielen samtweichen Härchen abfallen. Aus diesen Härchen wurde eine Art Filz hergestellt und aus diesem ganz teure Hüte. Der „Mann von Welt“ fuhr damals noch keinen Mercedes-SLK sondern trug einen solchen Filz hut. Aus dem Leder selbst wurden Taschen und anderes gefertigt.
Beides, Taschen und besonders alte Hüte, sind sehr quecksilberbelastet.

Was bekamen die Indianer als Gegenwert für die Biberfelle? Die Iroquesen erhandelten sich mit den Biberfellen Waffen. Die Huronen erhandelten sich alles Notwendige für die Landwirtschaft, aber eben keine Waffen, denn das hatte die französische Regierung nicht erlaubt. Dafür kamen die Jesuiten. Die Jesuiten brachten eine andere Kultur, ihre Religion und Krankheiten, die die Indianer nicht kannten, z.B. Grippe.

Wie lange ging das gut? Zehn Jahre lang. Die Jesuiten bauten die Missionsstation „Sainte-Marie among the Hurons„. Zehn Jahre lang (1639-1648) war hier sozusagen der Bär los, ein Fünftel der europäischen Einwanderere lebte hier. Bis den schwer bewaffneten Iroquesen der Kragen platzte und sie mit 1000 Mann (incl. ungetaufter Huronen) die Station überfielen und die Station in Brand setzten. Die überlebenden Jesuiten zogen mit den getauften Huronen nach Quebec.

Diese Geschichte kann man sich ein Stück weit ansehen. Wir gingen zunächst, wie oben schon geschrieben, in das Huronia-Museum. Das Museum stellte ziemlich bunt zusammengewürfelt alltägliche Dinge aus dem Leben früherer Zeiten aus.

IMG 0572

 

Es sind ein paar schöne Sachen dabei, zum Beispiel Zeichnungen eines Matrosen.

IMG 0586

 

Direkt neben dem Museum ist ein Indianerdorf nachgebildet das „Huron-Quendat-Village“. Im Reiseführer steht „ist ein mit großer Sorgfalt ausgeführte Rekonstruktion eines Indianerdorfes, das da Leben im 16. Jahrhundert widerspiegelt“. So ganz stimmt das nicht. Die Anlage, halb so groß wie ein Fussballfeld, ist mittlerweile nicht mehr ganz so gepflegt. Einzelteile der Anlage wurden wohl mal durch einen Brand zerstört und nicht wieder erneuert. Man sieht, dass die Stadt an diesem Museum nicht interessiert ist und nichts investiert. Die Leute, die sich mit schmalem Geldbeutel dafür engagieren, machen das wohl in Eigeninitiative. Damit ist es nicht zu schaffen und wird der Sache nicht gerecht.

Lustig war, dass wir uns das Indianerdorf selbst aufschließen mußten. Es kommen zu dieser Jahreszeit zuwenig Touris vorbei, als dass ständig jemand aufpassen kann. So sieht es von aussen aus …

IMG 0596

IMG 0598Innen gibt es denn eine Art Lehrpfad, Symbole auf Holz kennzeichnen Ausstellungsstücke, die in einem (deutschen) Handout nachgelesen werden können.

 

 

In solch einem schicken Zelt wohnte der Schamane.

IMG 0600

 

Und der Rest des Stammes wohnte in einem solchen Langzelt.

IMG 0609

 

Hier spielte sich das ganze Leben ab. Privatsphäre gleich Null. Kommunikationsfähigkeit stand ganz oben auf der Liste der sozialen Kompetenz. Geschlafen wurde nur auf den unteren Pritschen. Schlief man mal weiter oben ein, brauchte man sich wg der Rauchentwicklung der verschiedenen Feuerstellen im Zelt keine Gedanken mehr über den Wecker zu machen.

 

IMG 0632

Nach diesem Huronen-Village fuhren wir 5 km östlich von Midland. Dort ist die interessante Nachbildung einer Missionsstation zu finden. Zum Glück haben wir uns nach dem Museumsbesuch noch aufgerafft und sind dorthin gefahren.

 

 

Dort trafen wir Christoph, einen jungen Deutschen aus Köln, der vor Jahren hierher ausgewandert ist und neben seinem eigentlichen Job hier mithilft.

IMG 0631

 

Christoph zeigte uns die Anlage, erklärte uns mit Leidenschaft, wie sie entstand, wer kommt und wie sie sich finanzieren. Das hat richtig Spaß gemacht.

IMG 0640

 

 

20 km + 2742 Schritte

25 Grad + 78 % Luftfeuchtigkeit.

over and out.





Kitchener

13 09 2008

Samstag. Wir haben uns vorgenommen, heute von Niagara Falls über Umwege nach Westen zum Städtchen Midland zu fahren. Das sind ca 400 km. Wir sind davon ausgegangen, es dauert ca 3,5 Stunden und wir können uns danach noch ein wenig das Städtchen am Lake Huron ansehen.

Daraus ist nix geworden, denn a) wissen wir jetzt, wo die Kanadier ihr Wochenende verbringen, nämlich auf dem Highway und b) hat es unglaublich geregnet, Auswirkungen des Hurrikans im Süden.

Wir waren den ganzen Tag unterwegs, haben nur 2-3 Mal einen Stopp gemacht. Dreispurig in jede Fahrtrichtung bewegte sich gemächlich eine ganze Armada von Autos. Meist große Vans und zwischendrin noch viel größere Superlastwagen mit vielen Achsen. Dennoch ist Autofahren auf den Highways ganz relaxed, durch die Geschwindigkeitsbegrenzung kommt keine Hektik auf. Verkehrsschilder sagen, wie schnell man fahren darf und was passiert, wenn man schneller fährt :-(

Meistens war die erlaubte Geschwindigkeit so bei 80 – 100 km/h. Liegt man 50km/h drüber, kostet das mal locker $ 10.000 Bußgeld. Es stellte sich uns also gleich die Frage, wie sieht ein kanadischer Blitzautomat aus, auf den wir achten sollten. :-) Wie ein Elch?
Sicherheitshalber haben wir uns dann an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten und wurden durchgängig von großen, kleinen Autos und Tanklastwagen überholt. So outet man sich garantiert als Touri. Und so hats fast den ganzen Tag geregnet …

IMG 0555

Normalerweise nur knapp eine Autostunde von Niagara entfernt liegt der Ort Kitchener, ca 300.000 Einwohner. Unsere Zwischenstation auf der Route. Laut Reiseführer ist hier das größte Siedlungszentrum deutscher Einwanderer in Kanada. Das läßt sich leicht an den Namen der umliegenden Ortschaften ablesen: New Hamburg, Hanover, Holstein.

Die heutige Stadt Kitchener hieß früher Berlin. Wären wir in vier Wochen hierher gekommen, wären wir ganz gewiß aufs hießige Oktoberfest gegangen. Angeblich ist es das zweitgrößte Oktoberfest der Welt. Es dauert 9 Tage, es gibt bayrische Blasmusik, Jodelwettbewerbe, Sauerkraut, Weiswürste u.a.. Überhaupt wird überall nur in Superlativen gedacht.

Uns hat aber heute eine Nummer kleiner genügt. Wir sind zum „Farmer´s Market“, der ganzjährig jeden Samstag stattfindet. Es kommen Bauern aus der Umgebung und verkaufen Obst, Gemüse, Kräuter, Ahornsirup, Eingemachtes, Honig und Kuchen die so süß aussehen, dass einem schon beim Ansehen die Zähne wehtun.

IMG 0538

Auf dem Markt sind Mennonitenfamilien zu sehen. Sie fallen mit ihrer recht altmodischen Kleidung auf, auch wenn hier und da Turnschuhe unter den langen Röcken herausschauen. Die Männer tragen schwarze Anzüge und Hüte. Die Frauen lange schmucklose Kleider und Hauben.

Der Reiseführer sagt, es gibt in Kanada 170.000 Mennoniten, hier in der Gegend von Ontario ca 40.000.
Er sagt weiter, dass die Mennoniten einer Religionsgemeinschaft angehören, die sich streng an die Bergpredigt halten und besonders konservative Mennoniten lehnen Strom, Telefon, Fernsehen und Autos ab.

Nur 3 km entfernt vom Farmersmarkt liegt der Mennonniten Ort St. Jacobs. Hier wohnen viele Mennoniten. Auf der Straße zwischen St. Jacobs und dem Farmermarkt fahren folglich viele von Pferden gezogene Wagen, die Obst, Gemüse etc zum Farmersmarkt transportieren. Hier ein Foto eines solchen Wägelchens.

IMG 0548

Wir haben auf dem Farmers-Markt Ahornsirup gekauft. Diesen auszuprobieren ist in Ontario Pflicht. Der Verkäufer war sehr freundlich und kramte aus seinem Erinnerungsschatz verschiedene deutsche Vokabeln hervor. Er habe schon viel vergessen, aber seine Kinder würden es wieder richtig lernen. Auf einer Referenz-Karte musste Micha dann eine kleine Flagge in Hamburg piksen. So zeigt er seinen Kunden, wohin er seinen Sirup überallhin verkauft.

IMG 0535

Aber was essen wir denn eigentlich zu Mittag? Eigentlich hatten wir vor hier mal richtig deutsch zu essen;Eisbein mit Sauerkraut oder so, aber wir haben nichts in der Art gefunden, also Burger mit Fritten? Wir entscheiden uns auf dem Weg zum nächsten Highway für ein halbes Hähnchen mit Fritten. Mal ganz was anderes. ;-)

Das wirft uns energetisch ganz weit zurück. Die große, große Müdigkeit überkommt uns. Also, ein Kaffee muss her. Deshalb, ja, Thomas, wir kennen die Kaffee-Kette „Tim Horton“. :-) Wir haben es nur als solche nicht am Anfang erkannt. Wir dachten, es sei eine Arbeitsvermittlung, Büro oder so was. Man darf auf dem Parkplatz nur 20 min parken und man sieht geschäftige Leute in zumeist schmucklosen Gebäuden rein- und rausrennen. Die, die rausrennen haben aber einen Kaffeebecher in der Hand. Das machte uns Mut, hinterherzurennen.

Mit neuer Energie gehts dann weiter Richtung Westen, mal auf dem Highway, später auf einer Bundesstraße. Da … was war das denn .. brems mal schnell!

Am Straßenrand war eine Tafel und viele Teddybären. Das mußten wir uns genauer ansehen. Es scheint, dass es hier zu einer Vorschule geht.

IMG 0561

Das muss die Lehrerin sein :-) .

IMG 0565

Am frühen Abend kommen wir endlich in Midland an, der Heimat der Huronen. Huronen?! Nein, das kann man nicht essen, das sind Maronen. Aber das ist eine andere Geschchte, dazu morgen mehr.

419 km und 2094 Schritte.

Wetter 24 Grad und 88% Luftfeuchtigkeit.

Ah, wir haben jetzt auch eine Reiseroute eingebaut, damit Ihr seht, wo wir entlang fahren.

over and out.





Maid of the Mist

12 09 2008

Freitag. Heute hat es den ganzen Tag geregnet. Das hat aber nicht sehr viel ausgemacht, denn wenn man sich den Niagara-Fällen nähert, wird man sowieso patsche nass.

Am Morgen haben wir erst mal alles fotografiert, was irgendwie nach Niagara-Fall aussieht. Es gibt davon nämlich eigentlich zwei Wasserfälle,
einen auf amerikanischer und einen auf kanadischer Seite.

IMG 0512

Niagara-Falls ist dabei nicht nur der Name der Wasserfälle, sondern auch der Name der beiden Städte, jeweils auf kanadischer und amerikanischer Seite. Beide Städte haben ca 70.000 Einwohner und sind vollständig vom Tourismus in Besitz genommen worden, eigentlich ist das alles hier ein großer Jahrmarkt.

Maid of the Mist

Hauptattraktion ist eine 30 min Bootsfahrt mit der „Maid of the Mist“, bei der man dicht an die Fälle heran fährt. Bevor man aufs Boot geht, bekommt man einen zeltgroßen Plastik-Poncho. Auf der kanadischen Seite ist der Poncho blau, auf der amerikanischen Seite ist er gelb.

IMG 0453

Auf dem Schiff wuseln dann hundert blau gekleidete Touris herum und irgendwie knipst jeder jeden in Erwartung dessen, was kommt – eimerweise Wasser von oben. Ist es anfangs noch so was wie Dunst („Mist“) und Nieselregen, war es nach zehn Minuten etwa so, als stünden wir unter der Dusche mit Klamotten. Ein ganz großer Fehler von uns beiden war, zwischendrin zu versuchen, die Kapuze festzuhalten. Denn im Nachhinein stellten wir fest, dass in etwa der Inhalt eines 5-Liter-Wassereimers in unseren Ärmeln war. Ärmel, Hosenbeine, Schuhe, alles pitschenass und die Brille komplett beschlagen – tolle Wurst! Egal welcher Nation der nächste Touri neben einem war – ob Inder, Japaner, Südamerikaner, Israelis, Amerikaner – alle sahen aus wie einmal durch die Waschanlage gezogen und hatten die gleiche „Frisur“, nämlich gar keine mehr. Es war ein echtes Happening :-)

PICT6869

Und war das Wasser unter den Poncho gelaufen, mutierte man selbst untendrunter zur Dampfsauna. Wie man dabei noch anständige Fotos machen und das ganze für die Nachwelt festhalten kann, bleibt ein Rätsel.

Nach 45 Minuten war alles vorbei und man durfte wieder an Land. Wir haben uns dort erst mal „gesammelt“, d.h. in Augenschein genommen und beratschlagt, wie es nun einigermaßen zivilisiert weitergehen könnte. Wir sind ins nächste Lokal, haben einen Kaffee getrunken und mal nicht einen Burger mit Fritten, sondern Fritten mit Burger gegessen. Viel mehr Auswahl gibts hier nämlich nicht. Danach haben wir von oben alles fotografiert was nach Wasserfall aussieht.

Um das Erlebnis komplett zu machen, sind wir zum Schluss des Ausflugs ins IMAX-Kino und haben uns die Geschichte der Fälle und der „Daredevils“ angesehen. Als Daredevils werden diejenigen bezeichnet, die sich wagemutig bis selbstmörderisch in eine hölzerne „Nussschale“, ein Kanu oder irgendwas selbst gebautes setzen und sich damit die Fälle herunter stürzen. Dazu gibt es auch ein kleines Museum. Wieviele es nicht schaffen, wird nicht gesagt, geschafft haben es nur eine Handvoll.

IMG 0515

8100 Schritte und es regnet immer noch. Das reicht für heute.

Over and out.





Niagara Falls Tag-1

11 09 2008

IMG 0334
Donnerstag.
Morgens sind wir noch in Toronto. Unsere erste Aufgabe ist es, zum Bahnhof zu laufen und das Auto auszuleihen.

 

 

 

Wir bekommen einen NISSAN VERSA, 4-türig, Automatik, der 300 km auf dem Tacho hat. Er riecht sehr nach „neu“. Abfahrt Toronto

Micha hat unser Navigationsgerät incl. Kanada-Kartenmaterial mitgebracht. Letzteres hat er bei Ebay ersteigert und wird nach dem Urlaub wieder verkauft.
Ist schon klasse, wie sich das Ding auskennt – auch hier.
Rechts,links, rechts, rechts und schon sind wir wieder im Hotel – nur der Kommandoton! Schrecklich.

Wir laden unser Gepäck ins Auto und machen dem Navi klar, wohin die Reise gehen soll – heute Richtung Süd/Osten, nach „Niagara-on-the-Lake“, 150 km.

Der Ort liegt nördlich der Niagara-Fälle, an der Mündung des Niagara-Rivers in den Ontario See. Unser Reiseführer beschreibt Niagara-on-the-Lake als einen beschaulichen, gepflegten Ort mit Häusern aus dem 19. Jahrhundert.

Hibiscus in Niagara-on-the-Lake

2 Stunden Fahrt auf einem Highway, meistens vorbei an Industriegebieten, ab und an mal ein Einkaufszentrum. Dann wird es langsam grüner, Gartenbau, Baumschulen und … kann das wirklich sein?!…Weinberge! Die Reklameschilder laden zu Weinproben ein. Wir müssen sie ignorieren :-)

 

IMG 0367

Das Zentrum von Niagara-on-the-Lake ist nicht groß, vielleicht 1 km lang, kleine Geschäfte, Restaurants und Bed&Breakfast-Hotels rechts und links. Nett. Wirklich sensationell aber ist die Blütenpracht. Wo man hinsieht Blumen, wie in einem botanischen Garten. Alles Pflanzen, die wir auch von zuhause kennen, super klasse arrangiert. Das Gärtnerherz schlägt hoch.

IMG 0370

Jemand erzählt uns, dass das Geld, das via Parkgebühren eingenommen wird, dafür wieder eingesetzt wird ;-)

Als es anfängt langsam dunkeln zu werden, starten wir die letzten 20 km Richtung Niagara Falls. Vorbei an Parkanlagen, Spazier- und Wanderwegen, Weinbergchen. Was ist eigentlich das hier?! Auto oder Boot? Es ist über 10 m lang.

IMG 0382

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Immer öfter sieht man Hinweisschilder, wo entlang es zu einer Brücke nach USA geht.
Die Grenze ist in Sichtweite.

IMG 0351

Kurz vor Niagara Falls kommen wir an einem Outlet-Store von LEVIS vorbei. Mehr baucht man dazu nicht zu schreiben. Der kurze Besuch dort hinterläßt eine überschaubare Leere im Portemonnaie :-)

Und dann .. es ist schon dunkel … landen wir in Niagara Falls. … „Sie haben Ihr Ziel erreicht.“ Uns erwartet nicht ein Naturwunder in großer Abgeschiedenheit, sondern kitschig bunt beleuchtete Wasserfälle eingebaut mitten in touristischen Rummel, zwischen Kinos, Sexbars, Geisterbahnen, Autoscooter, Riesenrad usw.

Die Fälle sind 640 m breit und 54 m hoch. 12 Millionen Touristen im Jahr, wir mittendrin, puh. Weiteres Sightseeing müssen wir auf morgen verschieben.

IMG 0396

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir checken in einem Hotel mit Blick auf die Wasserfälle ein – CROWN PLAZA.
In diesem Hotel hat 1951 Marilyn Monroe gewohnt, als sie den Film NIAGARA drehte. Zimmer 808.
Mittlerweile ein Nichtraucherhotel. Wenn man rauchend erwischt wird, kostet das übrigens 250 Dollar Strafe.

IMG 0395

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

190 km und 5604 Schritte.

Over and out.





Toronto, Tag 2

10 09 2008

Mittwoch, 2. Tag in Toronto. Nachdem Micha eine Stunde lang am Notebook getüftelt und geschimpft hat, klappt es endlich mit dem Blog. DerTag ist stimmungsmäßig gerettet. Auch probieren wir, via Skype zu telefonieren, um die Urlaubskasse nicht zu sehr zu strapazieren. Klappt mit Online-Hilfe unseres Freundes Andreas in Frankfurt auch … klasse Sache.

Am späten Vormittag raus aus dem Hotel und schnell die 300 m runter zum Hafen, zu einer kleinen 1 Std Bootsfahrt.

Bei Sonnenschein tuckern wir auf die andere Seite des St Lorenz Stroms ins Grüne. Da die Sommerzeit vorbei ist und die Schule wieder angefangen hat, sind nur ca 20 Leute auf dem Boot.

IMG 0161

IMG 0194

Einer der „Bootsmänner“ an Bord spielt ne halbe Stunde lang Klarinette. Renate dachte ne halbe Stunde lang, es kommt vom Band und macht kein (!) Foto von ihm, aber 10 Fotos von irgendwelchen doofen Enten.

Da die Tickets der Stadtrundfahrt eine ganze Woche lang gelten, nutzen wir anschließend den Bus, um ins größte Einkaufscenter Torontos zu kommen: das Eaton-Center. Renates Schrittzähler zählt an diesem Nachmittag 7.300 Schritte – durch mindestens 2 Stockwerke und ein Mal drumherum. Das Einkaufszentrum ist so groß, dass es zwei Metrostationen hat.

IMG 0237

Nach so viel Eindrücken – „you know where to go“ – trinken wir das obligatorische Bier im HARD ROCK CAFE. Das bringt uns wieder nach vorne und wir starten zu unserem nächsten Ziel, dem CN TOWER.

IMG 0170

 

 

 

Der CN TOWER steht im südlichen Teil der Stadt und ist fast von überall in der Stadt zu sehen und hilft bestens bei der Orientierung.

Der Turm ist ca 450 m hoch und mit einem Aufzug geht es in 22 km/h senkrecht so schnell hoch, das es in den Ohren knackt.

Aussergewöhnlich war die Sicherheitskontrolle beim Betreten des Turmes. Wir mußten nach Anleitung von Sicherheitspersonal in schusssicheren Westen nacheinander in eine Sicherheitsschleuse eintreten, in der wir wenige Sekunden lang von oben bis unten mit sehr starker Druckluft abgetastet wurden. Dadurch würden Sprengstoff- oder Rauschgiftpartikel aufgewirbelt, die der Kleidung oder Haut anhaften. Die Luft wird dann ein paar Sekunden lang geprüft. Anschließend ertönt ein Signal und man kann weitergehen. Deutsche Technik.

Ok, oben angekommen sahen wir einen gaaanz tollen Sonnenuntergang.

IMG 0245

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Äh, wie knipst man denn Fotos, wenn es dunkel ist, die nicht verwackelt sind?
Das müssen wir noch herausfinden!

So viel für heute. Morgen geht es zu den Niagarafällen. Wir hoffen, dass wir dort auch ins Internet kommen.





Ankunft und 1.Tag in Toronto

9 09 2008

Gut angekommen. Nach 1,5 + 8,5 Stunden reiner Flugzeit + 4 Std irgenwie Herumhängen sind wir müde in Toronto ins Hotel gerollt. Da war es nach europäischer Zeit 4:50 Uhr morgens. So haben wir uns auch gefühlt. Eigentlich war es aber erst 22:50 Uhr am Abend vorher.
Wir sind jetzt seit zwei Tagen in Toronto.

Hotel Radisson (im Vordergrund)

Unser Hotel liegt sehr zentral. Direkt neben dem CN Tower. Es liegt am Ufer des St. Lorenz Stroms, an einem kleinen Jachthafen. Von hier aus kann man gut in die Stadt laufen.

Bei milden Temperaturen haben wir zunächst eine Stadtrundfahrt gemacht … was gibt es denn hier alles zu sehen?!

Micha + Stadtrundfahrt-Bus

Renate vor Abfahrt

Zum Schluss raus aus dem Bus und ein wenig kreuz und quer gelaufen – so weit die Turnschuhe tragen. Übrigens, Renate’s Schrittmesser hat 6533 Schritte gezählt.

Ach ja, deutsches Brot haben wir gekauft. :-)

Am Abend sind wir ins Kino – der neue Batman-Film „The Dark Knight“. Läuft auch bei uns. Sehr spannend.





Kanada – Reise

6 09 2008

Hier startet unser Reise-Blog durch Kanada

PICT5485

PICT5486 Erste Dehnübungen